5 Tipps: Schlechte Erfahrung mit Therapeuten, Arzt oder Coach verabeiten

Wenn wir uns für Hilfe von einem anderen Menschen öffnen und dann erleben, dass wir nicht ernst genommen oder auf andere Weise verletzt werden, kann das eine ganz schön schmerzliche Erfahrung sein. Vielleicht hindert sie uns sogar daran, uns erneut für Hilfe von Außen zu öffnen.

Hier möchte ich dir ein paar Tipps mit auf den Weg geben, wie du diese Erfahrung behutsam verdauen kannst, so dass du dich vielleicht auch in deinem Rhythmus neu für liebevolle Hilfe öffnen kannst...

 

Du bist nicht allein

Immer wieder einmal höre ich von den Menschen mit denen ich arbeite von früheren Erfahrungen mit "menschlichen Helfern", die leider nicht besonders hilfreich waren. Und auch meine Erfahrungen in diesem Bereich sind leider nicht alle nur rosig und förderlich. Ich weiß, dass es herausfordernd ist, eine Situation, in der man sich offen, hilfesuchend einlässt und dann Schmerzliches erlebt, zu verdauen. Ich hoffe mit diesem Beitrag kann ich dich ein Stück dabei begleiten.

 

Ein Hinweis vorab: 
Die Tipps die ich im Folgenden mit euch teile sind einfach nur Ideen. Bitte höre unbedingt auf dein eigenes Gefühl, was davon für dich hilfreich ist oder besser abgeändert oder weggelassen wird. Das ist ein ganz wichtiger Schritt zu spüren, dass wir Dinge annehmen, die gut tun und Dinge ignorieren oder wegstoßen dürfen, die nicht für uns passen.

1. Liebevolles Wahrnehmen von dem was da ist

Mein erster Tipp ist wahrzunehmen und anzuerkennen, was diese Erfahrung in dir ausgelößt hat. Bist du wütend? Hast du Angst?  Möchtest du am liebsten gar nicht mehr daran denken? (Das brauchst du auch nicht.) Oder bist du ganz verstummt oder nebelig?

 

Und was brauchst du? Trost oder Schutz vielleicht?

Manchmal, wenn wir uns als Erwachsene für Hilfe und Unterstützung von einem anderen Menschen öffnen, kann das auch alte, ungute Erfahrungen in uns berühren. Der Schmerz und die Hilflosigkeit, die wir als Kind erlebt haben, wenn wir uns z. Bsp. an unsere Eltern gewendet haben und dann nicht respektvoll behandelt wurden oder unsere Grenzen verletzt wurden, kann hier durchaus mitschwingen. Wenn du möchtest kannst du behutsam reinspüren, ob es sein könnte, dass ungute, alte Erfahrungen mit berührt wurden. Durch dieses Wahrnehmen, sortiert sich manchmal schon etwas.

 

 

2. Unser Gefühl von Sicherheit stärken

Als zweites kannst du gerne wahrnehmen, dass diese Situation jetzt nicht aktuell stattfindet. Du kannst dich zum Beispiel umschauen und sehen wo du bist. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass der Therapeut / Arzt / Coach nicht mit bei dir im Raum ist. Wenn du möchtest nimm das bewusst wahr. Du kannst auch sehen, dass du in keiner Praxis oder ähnlichem bist. Vielleicht bist du gerade zu Hause oder an einem anderen Ort, an dem du Dinge finden kannst, die dir ein Gefühl von SICHERHEIT vermitteln? Vielleicht kannst du den Stuhl oder das Sofa spüren auf dem du sitzt oder die Wände die dich schützend umgeben? Vielleicht können deine Hände etwas Angenehmes berühren? Oder deine Augen etwas Schönes sehen?

 

Das Wahrnehmen davon, dass wir aktuell in relativer Sicherheit sind, kann unserem Nervensystem helfen, Stück für Stück schwierige Erfahrungen zu verdauen.

Vielleicht hast du auch eine Idee, wie du dein Gefühl von Sicherheit nähren kannst? Vielleicht eine Decke unter die du dich kuscheln kannst, oder eine bestimmte Umgebung oder bestimmte Menschen, die du magst?

 

 

3. Unseren Körper mit seinen Reaktionen kennen lernen

Wenn wir uns beginnen mehr in Richtung Sicherheit zu orientieren, fängt unser Körper manchmal an zu erzählen, was noch unerlößt ist. Manchmal spüren wir wie Energie da ist, die nach behutsamen Ausdruck strebt. Manchmal wollte der Körper gerne weglaufen oder sich verteidigen. Manchmal merken wir aber auch wie alles schlaff und leblos wird und der Körper die Erstarrung wählt um sich zu schützen.

All diese Reaktionen sind berechtigt und haben ihren Sinn.
Kannst du etwas davon bei dir wahrnehmen?

 

 

4. Unser Nein wahrnehmen und wertschätzen

Wenn wir nicht respektvoll behandelt und z.Bsp. unsere Grenzen überschritten wurden kommt in uns oft früher oder später ein zartes oder auch sehr kräftiges NEIN zum Vorschein. "Nein, ich will das nicht!" - ruft es in uns. Dieses Nein ist ein ganz wichtiger Bestandteil auf dem Weg. Es ist willkommen und darf auf gute Weise seinen Ausdruck finden. Es darf ins Universum klingen und unsere Fäuste dürfen sich behutsam ballen. Die Kraft des Neins darf auf sichere Weise durch unseren Körper Ausdruck finden - ohne dass wir dabei uns oder andere gefährden oder verletzen.

Du darfst immer wieder auch die Sicherheit im Hier und Jetzt finden und eine Pause machen.

 

 

5. Behutsame Kontaktaufnahme mit heilsamer Unterstützung

Mein 5. Tipp ist die Einladung dich behutsam, in kleinen Schrittchen für liebevolle Unterstützung zu öffnen. Ganz wichtig: Du darfst Nein dazu sagen. :-)

Aber wer weiß, vielleicht kommt irgendwo auch irgendwann ein Ja zum Vorschein. Manchmal gibt es auch den Wunsch danach, aber wir wissen einfach nicht, wie das gehen soll. Das ist in Ordnung und wir dürfen das Leben fragen, wie das bitteschön gehen soll.
Und wer weiß, vielleicht bietet uns dann ein Baum an, dass wir uns an ihn anlehnen dürfen. Oder wir kuscheln uns auf ein großes Kissen und spüren, dass es uns halten kann. Vielleicht verbinden wir uns auf innerer Ebene mit dem liebevollen Lebensfluss, der uns führt und nehmen auf diese Weise behutsam Unterstützung an.

Du darfst auf für dich stimmige Weise dich behutsam für liebevolle Unterstützung öffnen. Und bestimmt hast du durch die Erfahrung auch einiges gelernt. Du darfst auch immer wieder prüfen: Ist diese Unterstützung wirklich liebevoll? Ist es auf andere Weise leichter für mich? Darf ich mein Nein zum Ausdruck bringen und werde damit ernst genommen? Das sind Fragen, die vielleicht in Kontaktaufnahme mit Unterstützung hilfreich sein können - sei es die der Natur, deines Zuhauses oder vielleicht auch von liebevollen menschlichen Begleitern.

 

Ich wünsche dir von Herzen alles Liebe!

 

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