Beschimpfen und Druck anwenden? - Wie ich als Coach nicht arbeite

Immer wieder höre ich von Menschen von unguten Erfahrungen, die sie mit Coaches oder Therapeuten gemacht haben. Manchmal entsetzt es mich richtig, denn es fühlt sich für mich so gar nicht nach einem unterstützenden und förderlichen Miteinander an, in dem Dinge heilen und sich in Sicherheit entwickeln dürfen. Aus diesem Grund möchte ich dir heute ein bisschen von meiner Haltung als Coach erzählen und von dem, was in meinen Sitzungen nicht stattfindet...

Ein heilsames Beziehungsfeld als Grundlage

Wir heilen in Sicherheit. Von daher ist es mir als körperorientierter Coach ein großes Anliegen, dass der Mensch, den ich begleite, so viel Sicherheit wie möglich finden kann. Wir entdecken gemeinsam die stabilen Dinge, die gerade in seinem Umfeld sind und halten danach Ausschau, was wohltuend ist.

 

Auch in unserem Miteinander ist es mir wichtig, dass wir uns auf Augenhöhe begegnen und als Team möglichst gut miteinander zusammenarbeiten. Etwas was dazu gehört ist für mich die Klarheit in unseren Rollen. Ich bin als Coach ein Begleiter, der den Klienten, so gut es mir möglich ist, unterstützt. Ich stulpe nichts über und es geht nicht darum, dass meine Idee umgesetzt wird. Derjenige, der begleitet wird, darf jederzeit "Ja", "Nein" und "Vielleicht" sagen. Ich heiße das willkommen und bin dankbar für die Impulse, Rückmeldungen und Empfindungen meiner Klienten. Ich bringe gerne mein Wissen, meine Erfahrung und intutive Impulse, die mir hilfreich erscheinen, ein und dann schauen wir gemeinsam, wie ein möglichst liebevoller Weg entsteht.

 

Was für mich NICHT zu einem heilsamen Beziehungsfeld passt ist es zum Beispiel angeschrien oder beschimpft zu werden, unter Druck gesetzt zu werden und nicht auf klare, ausgesprochene Bedürfnisse des Klienten einzugehen. Das ist denke ich selbstverständlich, nur das, was ich aus den Erfahrungen von Menschen mitbekomme, ist das leider keine Ausnahme. Und auch ich selbst habe schon ungute Erfahrungen in dem Bereich gemacht.

 

Ein gutes Team werden und sein

Ich sehe es als Teil meiner Aufgabe als Coach meiner Rolle als Begleiter treu zu sein und nicht plötzlich in eine andere zu wechseln. Ich bin von Anfang bis Ende so stabil, wie ich kann, in meiner Rolle als liebevoller Begleiter, Raumgeber und Unterstützer. Es steht mir nicht zu, die Wahrnehmung von Menschen, die ich begleite, abzusprechen oder zu übergehen. Das empfinde ich als grenzverletzendes Verhalten und es trägt ganz sicher nicht dazu bei, dass sich mein Gegenüber sicher und verstanden fühlt.

 

Ich als Coach und mein Gegenüber als Klient - wir tragen beide eine natürliche Verantwortung. Meine Verantwortung ist es zum Beispiel pünktlich und zuverlässig zu sein, dich respektvoll und auf Augenhöhe zu begleiten, meine fachlichen Fähigkeiten zu vertiefen und für ausreichend Unterstützung für mich selbst zu sorgen, damit ich gut für andere da sein kann. Die Verantwortung als Klient liegt zum Beispiel darin liebevoll vor, während und nach der Sitzung für sich zu sorgen, sich an Terminabspachen zu halten und so gut es geht sein Ja und Nein zum Ausdruck zu bringen.

 

 

Soviel Sicherheit wie möglich

Heißt das nun, dass sich jeder Mensch mit dem ich arbeite immer hundertprozentig sicher fühlt? Nein, das heißt es nicht, denn natürlich kommen in der gemeinsamen Zusammenarbeit auch Ängste vor anderen Menschen oder alte Verletzungen an die Oberfläche. Und das ist auch in Ordnung, denn diese dürfen behutsam heilen und neue stimmigere Erfahrungen dürfen mehr und mehr Raum einnehmen.

Ein Nervensystem, dass sich vielleicht die größte Zeit des Lebens nicht sicher gefühlt hat, braucht Zeit um in Ruhe lernen zu können, wie sich Sicherheit anfühlen kann. Es ist absolut in Orndung, wenn mein Klient Misstrauen mitbringt und immer wieder prüft, ob ich es ernst damit meine, liebevoll und respektvoll für ihn da zu sein, so gut ich es kann als warmherziger und unperfekter Mensch.

 

Natürlich bin ich wie jeder andere Mensch auch kein perfekter Mensch. Ich mache wie jeder andere Fehler, zum Beispiel habe ich mal einen Buchstabendreher in einem Namen gehabt oder eine falsche Uhrzeit in einer Email angegeben. 

 

Wie mir gespiegelt wird habe ich oft ein ganz gutes intuitives Gefühl für hilfreiche Impulse, aber manchmal liege ich damit auch daneben. Deswegen ist es super hilfreich, wenn wir im respektvollem Miteinander zusammenarbeiten. 

 

 

Raum und liebevolle Unterstützung

Ich sehe mich als Coach als Raumgeber und Unterstützer auf deinem Weg. Dieser Weg ist bereits in jedem von uns angelegt. Heilung und Entwicklung ist für mich nichts, was wir machen können, was wir erzwingen oder mit unserem Willen forcieren können. In jedem Menschen gibt es liebevolle Lebenskräfte, die von selbst in diese Richtung streben. Zeit, Raum und Unterstützung, liebevolle Wahrnehmung, respektvolles Miteinander und Kooperation, das sind für mich Dinge, die in meiner Arbeit Stellenwert haben.

 

Ich habe diesen Beitrag auch geschrieben um dich zu ermutigen, dich falls du schon länger ein grundlegend ungutes Gefühl mit deinem Begleiter hast, dich vielleicht für stimmigere Unterstützung zu öffnen. Manchmal kann es auch ein toller Weh sein, deine Bedenken mit deinem Coach oder Therapeut zu besprechen. Es gibt wunderbare Begleiter, die Hinweise gerne aufnehmen und schauen, wie es für dich stimmiger werden kann. Aber manchmal passen grundlegende Dinge in der inneren Haltung und Arbeitsweise einfach nicht. Da darfst du gerne deinem Gefühl vertrauen. ♥

 

Falls du Interesse an der persönlichen Arbeit mit mir hast, schau gerne hier.

 

Alles Liebe für dich und deinen Weg!

 

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